Die verwendete KW- Allbandantenne

Aufgabe: Gesucht war eine Allband - Antenne, wobei die unteren Bänder 160 bis 40m nur behelfsmäßig zu betreiben sein sollten. Die Antenne sollte möglichst unauffällig auf das nur 4,5 m breite Grundstück passen. Ein Beam schied wegen des benötigten Drehradius aus. Eine Quad würde zwar nicht über die Breite des Reihenhauses hinausragen, wäre aber recht auffällig. Beam und Quad wären auf den unteren Bändern untauglich.

Vorläufer: Im Herbst 1999 wurde zunächst ein Vertikal - Dipol von ca. 13m Gesamtlänge an der südlichen Dachkante errichtet. Dabei bestand die obere Hälfte aus einer direkt über dem Dach beginnenden Stabantenne. Die untere Hälfte war ein schräg zum Garten herunter abgespannter Draht. Aus den Reichweiten konnte man schließen, daß die untere Hälfte kaum strahlte, sondern nur als Gegengewicht wirkte.

Die gegenwärtige Allbandantenne: Im Herbst 2001 wurde etwas weiter von der Dachkante entfernt ein Fiberglas - Teleskopmast errichtet. Sein Platz neben dem Dachfenster erlaubt ein manuelles Aus- und Einschieben, ohne auf das Dach klettern zu müssen. Die Klemmvorrichtungen am Kopf der Segmente mussten durch zusätzliche Gummimanschetten abgedichtet werden, denn der Originalmast ist ein „Schönwetter - Portabelmast“.

Aufbau: Die Antennenspitze ist ein 2m langer Fiberglasstab mit interner Litze. Darunter besteht der Strahler aus einer Litze, die neben dem Mast so verspannt ist, daß sie nicht an den Mast schlagen kann. Der 15m - Mast ist nur auf etwa 10m ausgezogen. Dadurch können sich von 1 bis 4m Höhe immer zwei Rohre überlappen. Die untere Hälfte wird so wesentlich steifer. Die Materialbelastung durch den Wind ist bei diesem Mast am Übergang des zweiten zum dritten Rohr am größten, weil alle Rohre dieselbe Dicke haben. Durch unterschiedlich weites Überlappen konnte eine gleichmäßige Verteilung der Belastung erreicht werden. Auch ohne Abspannung sollte bei einem Orkan von 150 km/h noch Reserve gegen Abknicken vorhanden sein. Die Abspannung aus Nylonseil soll die Amplitude der Schwingungen reduzieren. Dazu muß die Angriffshöhe eventuell noch optimiert werden.

Abgestimmte Speiseleitung: Die „Hühnerleiter“ musste gegenüber der ersten Version natürlich wesentlich verlängert werden. Um das vorhandene symmetrische Pi - Filter - Anpassgerät verwenden zu können, musste wieder eine Länge gefunden werden, die auf allen Bändern eine mittlere Eingangsimpedanz anbietet, also weder Strom- noch Spannungsknoten am Anschluß aufweist. Es bot sich eine Länge von ca. 14m an.

Untere Bänder: Die obere Antennenhälfte plus angeschlossene Leitung ergeben mit 19m Länge fast einen Lambda- Halbe- Vertikaldipol für das 40m- Band oder eine Lambda- Viertel Groundplane- Antenne für das 80m- Band. Darüber liegen noch keine Erfahrungen vor.

Ergebnisse: Erste Beobachtungen im 10m- Band bestätigen die theoretischen Erwartungen: Die Abstrahlung der gestockten Lambda- Halbe über Lambda- Halbe ist selbst für DX etwas zu flach. Indem die untere Antennenhälfte in verschiedene Richtungen schräg abgespannt wird, soll mit Vorzugsrichtungen experimentiert werden. Im 20m- Band dürfte die Abstrahlung etwa so sein, wie man es von einem vertikalen Lambda- Halbe- Dipol erwartet: Die für üblichen DX- Betrieb benötigten Abstrahlwinkel werden gut bedient. Überrascht hat die auffällige Verbesserung gegenüber der ersten Version auf dem 15m- Band. Ob das an der geänderten Länge oder am größeren Abstand zur kupfernen Dachrinne liegt?

Ob ich weiter so zufrieden bleibe, wird sich nach dem ersten Orkan zeigen. Der Vorläufer hat den Weihnachtssturm 1999 gut überstanden, hoffentlich ist die doppelt so hohe neue Konstruktion ebenso zäh.

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