Das Herz des TRX: Stabiler 6-fach VFO für 9 KW-Bänder

Das Transceiver- Prinzip mit hochliegender Zwischenfrequenz von 74,... MHz erfordert Überlagerungs- Frequenzen bis ca. 104 MHz. Aus Gründen der Nebenwellenfreiheit schieden Vervielfacher oder Mischer zu deren Erzeugung aus. Auch übliche Synthesizer wurden wegen ihres Seitenbandrauschens vermieden. So blieb zum Zeitpunkt der Konzeptfestlegung nur ein freilaufender (oder langsam korrigierter) VFO auf der Endfrequenz. Kapazitätsdioden sind zwar nicht so gut wie ein Drehkondensator, aus Platzgründen wurde ihnen aber der Vorzug gegeben. Nur so konnten 6 getrennte VFOs in einem kleinen, massiven Messinggehäuse untergebracht werden, das zusammen mit der Trennstufen- Platine in einem 6cm breiten Alu-Einschub des Norm-Magazins Platz findet.

Das Bild zeigt einen der drei mit Relais umschaltbaren VFOs. Der Relaiskontakt schaltet einen kleinen Kondensator zum Oszillatorkreis hinzu, so daß von 28 MHz auf 24,...MHz , von 21 MHz auf 18,... MHz und von 14 MHz auf 10,... MHz gewechselt wird. Wegen der Wärmeentwicklung liegen die Relais außerhalb der VCO- Kammern auf der Leiterplatte. Im Inneren sind die Bauteile auf Keramikstützen verdrahtet. Auch die Schwingkreis- Spule ist auf einem Keramikröllchen fixiert.

Bei den drei VCOs für das 40m , 80m und 160m- Band entfallen Relais und Zusatzkondensator. Jeder der sechs VCOs hat eine separate Dual- Gate- MOSFET- Trennstufe, die am Drain über Schaltdioden parallelgeschaltet sind. Von dort verzweigt sich das Signal auf je eine Trennstufe für Senden, Empfangen und Zähler. Alle Trennstufen sind dauernd eingeschaltet, um ein Weglaufen der Frequenz nach dem Schalten zu vermeiden.

Eine Besonderheit ist hier, dass zu demselben Zweck auch alle 6 VFOs ständig Strom ziehen. Um das Schwingen eines nicht benötigten VCOs zu verhindern, wird der Sourceanschluß des FETs J310 über die Schaltdiode HF-mäßig nach Masse kurzgeschlossen. Nur ein VCO erhält über die rechts gezeichnete Diode eine höhere Spannung, so daß die Schaltdiode gesperrt wird, und der VCO schwingen kann.

Der Strom durch den FET sinkt beim Schwingen etwas ab, so dass dieser sich ein wenig abkühlt. Es wurde auch eine Schaltung erprobt, die durch Umschalten der Drainspannung die Verlustleistung mit oder ohne Schwingen ausgleicht. Der Mehraufwand hat sich aber nicht gelohnt. Es bestand vielmehr die Gefahr zusätzlicher Instabilität durch Drain- Spannungsänderungen.

Alle Ströme der VCOs, Schaltdioden und Trennstufen heizen leider den abgeschirmten Einschub um fast 20 Grad auf. Bis sich ein Gleichgewicht einstellt, vergehen fast 2 Stunden. Solange läuft die Frequenz langsam weg, weil die Temperaturkompensation nicht konsequent durchgeführt wurde. Stattdessen wurde eine Frequenzrastschaltung in den Zähler eingebaut. So kann schon 10 Minuten nach dem Einschalten Funkbetrieb stattfinden, auf dem 10m Band nach einer halben Stunde.

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